Frank Samirae mit BSI-Sicherheits-Hinweis über Kaspersky-Antiviren-Software
Update: Montag, 20 Juni, 2022 11:28

Nach BSI Warnung: „Intensivierung“ russischer Spionageangriffe auf Deutschland



Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) warnt auf Grund der gegen Russland verhängten Sanktionen vor einer wachsenden Gefahr durch russische Spionage und Sabotage in Deutschland. Auf absehbare Zeit ist nicht mit einem Nachlassen russischer Spionageaktivitäten zu rechnen. „Vielmehr ist vor dem Hintergrund der bestehenden Wirtschafts- und Handelssanktionen der EU gegenüber der Russischen Föderation und der Konflikte im Osten Europas eine Intensivierung der Aktivitäten russischer Nachrichtendienste anzunehmen“, heißt es im Verfassungsschutzbericht für 2021.



BSI warnt vor der vormals als solide geltenden Virenschutzsoftware Kaspersky


Während Kaspersky im Februar 2022 noch der beliebteste Hersteller für Antivirenprogramme war, brach die Nachfrage infolge der BSI Warnung um mehr als 40 Prozent ein. Davon profitieren vor allem konkurrierende Hersteller wie ESET, Bitdefender, Norton und McAfee. Hier ist das Kaufinteresse seit der Meldung am 15. März 2022 im Vergleich zum Vortag um bis zu 1.630 Prozent gestiegen.



Welche Auswirkungen könnte der russische Hersteller mit sich bringen?

IT-Unternehmer Frank Samirae betreibt seit fast zwei Jahrzehnte seine EDV-Service-Firma. Zu seinen Kunden gehört die gesamte Bandbreite von namenhaften Unternehmen bis hin zu ganz normalen Privatkunden. Nach der BSI Warnung hat Samirae’s Firma den Vertrieb von Kaspersky eingestellt. „Wir haben den Vertrieb von Kaspersky direkt nach der BSI Warnung eingestellt und fast alle unsere Kunden auf alternative Produkte umgestellt.“ – so Samirae.

Kaspersky könnte als russischer IT-Hersteller gegen seinen Willen dazu gedrängt werden Zielsysteme im Westen anzugreifen. Zudem lässt sich eine Spionage oder die Verwendung der Produkte als Werkzeug zum Angriff auf Kunden nicht ausschließen. Die Auswirkungen könnten hierbei sein, dass durch Manipulationen an der Software oder den Zugriff, auf bei Kaspersky gespeicherten Daten, Aufklärungs- oder Sabotageaktionen gegen einzelne Personen, bestimmte Unternehmen, Organisationen oder sogar gegen Deutschland durchgeführt und unterstützt werden können.


Bei den betroffenen Produkten handelt es sich hier um das Portfolio von Virenschutzsoftware des Unternehmens Kaspersky.


Das BSI erklärt diese Warnung mit dem fehlenden Vertrauen und die damit verbundene Zuverlässigkeit des Herstellers. Aufgrund des kriegerischen Konflikts von russischer Seite sind diese Aspekte nicht mehr gegeben. Zudem wurde die authentische Handlungsfähigkeit seitens des Herstellers bemängelt.



BSI warnt vor Cyberkrieg

Angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, der auch als „Cyberkrieg“ geführt werde, sei „nicht hinreichend sicher auszuschließen, dass russische Entwickler aus eigenem Antrieb oder unter dem Druck anderer russischer Akteure die technischen Möglichkeiten der Virenschutzsoftware für Cyberangriffe auch auf deutsche Ziele ausnutzen“, teilte die Cybersicherheitsbehörde unlängst mit.

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